Sven Ulreich: Ein Transfer, den ich nicht verstehe

Sven Ulreich ist mit 26 Jahren sicherlich kein Jungspund mehr, doch für einen Torwart in einem guten Alter. Für dich, Sven, sind vielleicht noch 10 Jahre drin. Was den Stammtorhüter vom VFB Stuttgart allerdings zu seinem Transfer zu Bayern München bewegt hat, kann keiner verstehen. Stuttgart ist weiterhin erstklassig, Ulreich wäre wohl weiterhin die Nummer 1 gewesen und hätte alle zukünftigen Spiele gemacht. 17 Jahre Stuttgart, wie er heute schrieb, haben ihn geprägt. So sehr, dass er schon jetzt die Karriere an den Nagel hängen will? Sven Ulreich wechselt in diesem Sommer zum FC Bayern München. Ausgerechnet zum Klassenfeind. Normalerweise würde man sagen, dass er mit 26 das perfekte Alter für so einen Wechsel hat, denn man muss den nächsten Schritt wagen. Aber welcher Schritt ist das eigentlich? Denn man sollte nicht vergessen, bei den Bayern ist Manuel Neuer weiterhin der Stammtorhüter, der lediglich bei einer Verletzung oder nach der gewonnenen Meisterschaft ausgewechselt wird. Ulreich wird also aller Voraussicht nach, sollten die Bayern wieder Meister werden, in knapp einem Jahr für ein paar unwichtige Spiele im Tor stehen. 

Dass ein Pepe Reina als Nummer 2 zu den Bayern kam, war irgendwie logisch, der Typ ist über 30 und hat seine größte Zeit hinter sich. Ulreich hätte unter Umständen seine fetten Jahre noch vor sich, vielleicht mit etwas Glück (sogar mit Stuttgart) international spielen oder im Pokalfinale stehen. Aber wir reden hier von spielen, nicht davon, diese Spiele von der Bank aus wie ein Zuschauer betrachten zu dürfen. Genau das wird Ulreich nämlich tun.

Ich verstehe inzwischen Spieler und Trainer, die beispielsweise zu RB Leipzig gehen, wenn sie dort aktiv teilnehmen können (nicht nur am Training). Es gibt eine sportliche Perspektive und gutes Geld. Da kann man auch mal Tradition hinten anstellen, wenns um das eigene Wohl geht. Ja, Fußball ist auch ein Job, nicht nur eine Leidenschaft, auch wenn wir das gern so hätten. Man darf nämlich nicht vergessen, dass Fußballer bis spätestens 35 komplett ausgesorgt haben sollten, denn was danach kommt, steht in den Sternen. Vielleicht ist auch das der Grund, sich mit 26 auf die Bank zu setzen, der bessere Lohn mit Blick auf die Zukunft nach der aktiven Karriere. Ansonsten kann ich deinen Weg nicht verstehen, Ulle.

2015-06-16 12_22_51

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