Meine Erfahrungen mit AdSense + ein paar Tipps

In diesem Artikel erfahrt ihr, wie man mit AdSense schnell hohe Einnahmen erzielt und mächtig reich wird. Natürlich nicht! Denn es gibt kein Allheilmittel für jede Webseite, für jeden Betreiber von Webseiten, es gibt kein für jeden geltendes Erfolgsrezept für AdSense-Anzeigen. Da ich selbst mit AdSense nun aber schon mehrere Jahre recht zufrieden arbeite, mich in letzter Zeit wieder stärker mit dem Thema beschäftige, wollte ich ein wenig meine Erfahrungen und Tipps mit euch teilen.

Das sind allerdings Erfahrungen von einem Blogger, der sein Projekt liebt, Leidenschaft dafür empfindet, daher nicht um jeden Preis möglichst viel Kohle mit Werbung verdienen will. Es gibt hier also kein „Schnell reichen werden“-Gelaber, wie man es sonst nur noch findet.

Jede Webseite ist anders

Zu allererst muss euch klar werden, dass jede Webseite nicht einer anderen gleicht. Das fängt beim Layout an, das hört beim Publikum auf. Das beste Beispiel ist ein Vergleich von einem Tech-Blog mit einer Webseite für Hausfrauen. Klingt jetzt erst mal nach Klischee, doch hier unterscheidet sich das Publikum enorm. Prinzipiell haben Technik-Webseiten eine deutlich niedrigere Klickrate, denn das Publikum ist wesentlich stärker mit dem Internet vertraut, Werbung wird meist komplett ignoriert, zudem werden Ad-Blocker eingesetzt. Anders bei Webseiten mit dem Publikum, das nicht so vertraut ist, Werbung auch als Einkaufstipps und weniger als Störfaktor wahrnimmt.

Es unterscheiden sich allein deshalb die Klickraten teilweise enorm, weshalb es schon aus dieser Sicht keine einzige „Make more money“-Lösung für alle Webseiten geben kann.

Dann ist noch das Layout der Seiten entscheidend. Durch die verschiedene Gestaltung (Schriftarten, Schriftgrößen, Abstände zwischen Objekten usw.) kann also eine Platzierung eines Werbebanners an der gleichen Stelle auf verschiedenen Webseiten komplett verschiedene Ergebnisse erzielen. Das grundlegende Layout kann dabei sogar gleich sein, wie etwa in den meisten Blogs, links 600 Pixel Inhalt, rechts 300 Pixel Sidebar und oben der Header mit Logo und Navigation.

Kleines Bespiel: Bei meinem Hauptprojekt änderte ich gegen Ende 2012 die Darstellung der Überschriften, die sich dann über die komplette Breite der Webseite (über Artikel und der Sidebar) erstreckten. Dieser Bereich war dann aber so dominant, dass die Klickraten der Anzeigen direkt darunter (in der Sidebar und im Artikel) ziemlich abfielen. Schon solche vermeintlich kleinen Details können sehr entscheidend sein.

Neue Besucher vs. wiederkehrende Besucher

Ein weiterer besonders wichtiger Faktor ist das Verhältnis von tatsächlich neuen Besuchern und wiederkehrenden Besuchern. So will man zwar als Betreiber von Webseiten theoretisch unabhängig von Google und Co. sein, also Besucher gewinnen, die auch ohne Suchmaschine und andere Hilfsmittel auf die eigenen Webseiten kommen, andererseits sind diese Besucher meist nicht so lukrativ.

Denn der immer wiederkehrende Besucher ist zwar ein Fan der Webseite, was uns freut, allerdings auch blind bzgl. der Werbebanner. Vor allem Besitzer von Internetforen dürften teilweise ein Lied davon singen können. Sehr hohe Besucherzahlen aber die Klickraten halten sich in Grenzen, weil die meisten Besucher Stammmitglieder sind, die Banner also kennen und schon im Unterbewusstsein völlig ausblenden.

Für AdSense, so zumindest sind meine Erfahrungen, sind vor allem neue Besucher hilfreich. Ein großer Anteil von Leuten also, die die Webseite aufgrund von Suchergebnissen ansurfen, die Webseite bestenfalls bei ihrem Besuch noch gar nicht kennen, daher nicht blind bzgl. des Layouts sein können.

Doch auch wiederkehrende Besucher sind wichtig. Wer auf Affiliate setzt, also durch Verkäufe mit Provisionen Geld verdient, kann auch auf seine Stammbesucher zählen. Hat man sich über Jahre hinweg etabliert und ein entsprechendes Vertrauen durch Kompetenz aufgebaut, dann kaufen Stammbesucher Produkte, die durch den Autor empfohlen werden.

Positionierung der AdSense-Anzeigen

Jetzt gehts endlich ans Eingemachte, ich verrate euch nun, wie ihr AdSense-Anzeigen gestalten müsst, um schon bald im Geld zu schwimmen. Nein, natürlich bleiben wir der Linie treu, dass ich euch Erfahrungen erzählen kann, mehr aber auch nicht.

So ein paar Positionierungen gibt es aber tatsächlich, die bei den meisten Webseiten lukrativ sind. In der Regel ist die beste Positionierung, so zumindest meiner Erfahrung nach, möglichst weit oben aber auch möglichst nah am Inhalt oder bestenfalls im Inhalt. Nehmen wir als Beispiel mal meinen Blog in der Desktop-Ansicht. Ein Banner im Header (egal ob rechts, links oder mittig) bringt nicht nur eine miese Klickrate, sondern zieht die gesamten Einnahmen herunter (mehr dazu gleich). Hingegen ein Banner bei mir zu Beginn eines Artikels unter der Überschrift aber noch über dem Text fast die meisten Klicks generiert.

Bildschirmfoto 2014-01-21 um 12.26.20

Dass die Klickrate im Header schlecht ist, scheint fast logisch, denn der Besucher hat seine Augen in der Regel nicht dort. Die fallen natürlich beim Laden der Webseite ganz fix ab, unter das Menü, wo dann der Artikel mit seiner Überschrift beginnt. Nun könnte man ja den Banner im Header trotzdem lassen, da er weit weg vom Inhalt ist, deshalb optisch kaum stört, doch dies wäre die falsche Entscheidung.

Zu beachten ist: AdSense gibt der ersten Anzeige (Reihenfolge laut Quellcode) in der Regel die stärksten Werbekampagnen. Würde in unserem Beispiel also bedeuten, dass die gut bezahlten Kampagnen in dem Banner geschaltet werden, der nicht geklickt wird. Und der Banner, der geklickt wird, bekommt die schlechter bezahlten Anzeigen. Wir erzielen also mit zwei Bannern unterm Strich höchst wahrscheinlich weniger Geld, als wenn wir nur einen Banner einsetzen würden, dafür aber an der richtigen Stelle.

Man muss die gut bezahlten Anzeigen quasi um den rar vorhandenen Platz kämpfen lassen. Wobei sich darüber die Geister streiten, ob das definitiv wirklich so ist. Zumindest aber kann ich bestätigen, dass die Reihenfolge tatsächlich Auswirkungen auf den CPC (Cost per Click) der Banner hat Meine Einnahmen sind mit weniger Bannern höher.

AdSense in der Sidebar oder rechts daneben ist meines Erachtens wieder besonders abhängig vom Layout der Webseite. Während mein altes Theme im Hauptprojekt insgesamt noch ca. 950 Pixel breit war, daher der Content ca. 600 Pixel und die Sidebar 300 Pixel, ist mein neues Projekt in der vollen Größe über 1200 Pixel breit. Ziemlich entscheidend, denn die Sidebar ist aufgrund des über 780 Pixel breiten Inhaltsbereiches so weit weg, dass Banner dort deutlich weniger als zuvor geklickt werden. Zuletzt hatte ich auch noch einen mitscrollenden Skyscraper (160 x 600) neben der Sidebar. Anfangs recht lukrativ, beim neuen Design meiner Seite aber aufgrund der Breite einfach zu weit entfernt vom Content und bei den meisten Standard-Displays (weniger als 1500 Pixel breit) auch gar nicht mehr oder nur teilweise im sichtbaren Bereich.

Natürlich ist es auch möglich AdSense direkt im Inhalt unterzubringen, viele entscheiden sich hierbei für größere Blöcke wie den 336 x 280er, der im float gesetzt wird, damit der Text drumherum läuft.

Bildschirmfoto 2014-01-21 um 12.45.36

Soll je nach Seite ganz gut geklickt werden, bin ich selbst aber kein Freund davon, da mir das optisch einfach so gar nicht zusagt. Auch hier gilt wieder, dass jeder einen Selbsttest durchführen muss, je nach Layout sieht es einfach total bescheuert aus oder fügt sich doch gut ein.

Zudem ist noch zu beachten, dass beispielsweise bei News-Seiten die Aufmerksamkeitsspanne des Besuchers recht kurz ist, Klick-Anzeigen unter dem Artikel nach meiner Erfahrung also meist nicht viel bringen. Hier konnte ich feststellen, dass ich mit Kaufempfehlungen (meist Amazon) am Artikelende die besten Ergebnisse erziele.

Welche Anzeigengrößen?

AdSense ist weitaus flexibler als noch vor einigen Jahren, denn inzwischen gibt es auch responsive Anzeigen, die je nach Größe des jeweiligen Bildschirms ihre Größe nach euren Vorgaben anpassen. Prinzipiell gilt aber bis heute, dass die größeren Formate nicht nur die größere Aufmerksamkeit bekommen, sondern auch die besseren Kampagnen. Es werden also teure Anzeigen geschaltet und diese werden bestenfalls auch noch sehr gut geklickt. Mit Bannern wie 468 x 60 habe ich persönlich schlechte Erfahrungen gemacht, Linkblöcke scheinen mir auch eher von vorgestern.

Ich setze auf die Größen 728 x 90 und 336 x 280. Da meine Webseite responsiv ist, sich also entsprechend anpasst, wenn man sie etwa mit einem Smartphone ansurft, werden die Anzeigen dann entsprechend kleiner ausgegeben. Die erste Anzeige ist dann also 300 x 250 statt 728 x 90 groß, die Anzeige im Text nur noch 300 x 50, um den Leser optisch mit Werbung nicht komplett vollzuladen.

Später verrate ich noch eine etwas aufdringliche aber lukrative Methode mit einer mobilen Webseite ordentlich Klicks zu erhalten.

Gestaltung der AdSense-Anzeigen

Haben wir uns also für die passenden Positionierungen entschieden und auch für die richtigen Größen geht es noch an die Gestaltung der Anzeigen. Auch hier gibt es unzählig verschiedene Meinungen, eine einzige goldene Regel aber nicht. Bei AdSense-Anzeigen lässt sich unter anderem die Farbe des Textes gestalten. So bleibt mir frei, ob ich eine Anzeige optisch an die Gestaltung meiner Webseite anpasse oder sie optisch durch andere Farben hervorhebe. Ehrlich gesagt bin ich mir bis heute nicht sicher, ob Methode A oder B wirklich besser ist, unterm Strich haben beide Versuche immer ganz gut funktioniert. Auch das muss man einfach ausprobieren. Es ist auch immer der Grat zwischen dem Wille Geld zu verdienen und den Leser aber nicht durch Werbung zu verärgern.

Mein aktueller Versuch: Überschrift und URL in Linkfarbe meiner Webseite, den Text der Anzeige in derselben Farbe wie der Text meiner Webseite. Um die Anzeigen aber vom Inhalt doch ein wenig zu trennen, versuche ich derzeit eine dezente Umrahmung (#F2F2F2) passend zum Design meiner Seite.

Auch konfigurieren kann man, ob AdSense-Anzeigen nur Text, nur Image oder Image und Text anzeigen sollen. Ein aktuelles Beispiel? Ich setze jetzt nur noch auf AdSense im Inhalt, also auch auf Anzeigen nur mit Text. Folgend ist eine recht aktuelle Statistik aus einem Versuch von mir. Die Zahlen stammen aus sieben Tagen, die Einnahmen unterm Strich gehen noch deutlicher als die Klicks auseinander.

Text (ca. 53.000 Einblendungen): 430 Klicks
Image (ca. 48.000 Einblendungen): 250 Klicks

Andere Erfahrungen habe ich aber beispielsweise mit Anzeigen in der Sidebar oder im Header gemacht, wo Image-Anzeigen letzten Endes lukrativer waren und mehr geklickt wurde. Testen, testen, testen.

Mobile Webseiten sind lukrativ

Eine ziemliche überraschende Entdeckung konnte ich im letzten Jahr machen, als ich erstmals daran gedacht hatte auch meine damals noch gesonderte mobile Webseite mit Werbung zu versehen. Zunächst machte ich einen 300 x 50er Banner rein, direkt unter das Logo, der aber aufgrund seiner Größe einfach wenig bis gar nicht geklickt wurde. Der wahre Geldsegen kam dann aber, also ich einen 300 x 250er Banner integrierte, also einen größeren Block. Die mobile Webseite generierte plötzlich deutlich mehr Geld als die Desktop-Webseite mittels AdSense.

Muss das sein? Eine wichtige Frage, wenn man sein Projekt liebt. Denn dieser Banner bringt zwar Kohle aufs Konto, doch der Nutzer sieht beim Besuch der Webseite mit dem Smartphone zunächst nur das Logo und eben diesen Werbebanner. Eine hohe Klickrate bringt zugleich eine hohe Absprungrate mit, denn die Besucher klicken sofort auf den Banner, nicht erst nachdem sie den Artikel gelesen haben.

Heute mach ich es anders, denn der Responsive-Banner zu Beginn eines jeden Artikels ist auch mobil zu sehen. So bekommt der Besucher eben zunächst das Logo der Webseite, eine Breaking-News-Laufschrift und die Überschrift des Artikels zu sehen, erst danach den ersten Banner.

Ein paar Tipps

Für die bessere Aufschlüsselung eurer Einnahmen empfehle ich dringend Analytics mit AdSense zu verbinden. Hier bekommt ihr besser zu Gesicht, welche vielleicht auch älteren Artikel noch lukrativ sind, die ihr aber möglicherweise auch entsprechend anpassen könnt, um mehr rauszuholen.

Auch wenn ich der Meinung bin, dass es nicht viel bringt, kann man auf Webseiten den Bereich hervorheben, der als Inhalt der Webseite gesehen wird, woran sich die Anzeigenschaltung von AdSense orientieren soll. Es gibt dazu aber auch verschiedene Erfahrungen.

Neu seit einiger Zeit sind nun auch Tests für Anzeigen, die man ausprobieren kann. Im Bereich Tests (Beta) kann man also unkompliziert beispielsweise für eine Anzeige zwei verschiedene Designs antreten lassen. Dabei lässt sich der Traffic zu 50/50 auf beide Varianten aufteilen, zudem wird eine Zuverlässigkeit der jeweils generierten Umsätze errechnet, sodass man am Ende ein wirklich handfestes Ergebnis hat, welche Gestaltung der Anzeige denn nun besser ist.

Schaut euch ein paar Tipps von Google direkt an, die sind meistens auch nicht so falsch.

Wer die Stammleser nicht mit Werbung verärgern, AdSense also beispielsweise in Artikeln erst nach drei Tagen (alter des Artikels) ausgeben will, kann das bei WordPress beispielsweise mit WhoSeeAds machen.

AdSense kann aber muss keine Goldgrube sein

Bei AdSense sind die Einnahmen oft auch stark von der Anzahl der Besucher abhängig, vor allem von neuen Besuchern, wie ich einleitend schon erwähnte. Klar ist, dass AdSense im Bereich von Bannern, die pro Klick vergütet werden, aktuell wohl immer noch keine ernst zu nehmende Konkurrenz hat, doch deshalb nicht automatisch die lukrativste Methode ist, eine Webseite zu monetarisieren.

Ich zum Beispiel habe ein ausgewogenes Verhältnis von AdSense vs. Affiliate (beispielsweise Amazon, Vergütung pro Verkauf) und kann nebenbei noch ein paar Euro mit Direktbuchungen von Bannern erwirtschaften.

AdSense erzielt eben ganz unterschiedliche Ergebnisse. Teilweise kenne ich Zahlen von Webseiten aus anderen Branchen, die nicht halb so hohe Besucherzahlen wie ich generieren, allerdings durch eine ganz andere Leserschaft und andere Produkte mehr Klicks auf besser bezahlte Kampagnen erreichen.

Oberstes Gesetz:  Geduld! Änderungen in AdSense können sich erst nach mehreren Wochen wirklich deutlich bemerkbar machen, definitiv aber selten nach nur wenigen Tagen oder gar Stunden. Langfristiger Erfolg braucht Zeit, das ist keine neue Weisheit.

3 Kommentare

  1. Hallo,
    Toller und sehr ausführlicher Artikel.
    Ich kann auch bestätigen, dass man Anzeigen testen sollte.
    Je nach Projekt unterscheiden sich die Klickraten bei gleicher Positionierung und gleichen Layout der Website enorm
    Ich mache das wenigstens ein mal im Jahr.
    Grüße
    Roby

  2. Pingback: 16 Artikel, die ich diese Woche gelesen habe und Dir empfehle: Evernote, FB, Google uvm

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.