Herr Watzke, seien sie doch bitte einfach still

Erst in dieser Woche durften wieder alle BVB-Fans erleben, wie schön es doch sein kann, aus einem Wettbewerb auszuscheiden. Der Traum von einem erneuten Finaleinzug ist dahin, aber der Auftritt der Mannschaft am vergangenen Dienstag sorgte letztlich dafür, dass das Ausscheiden aus der Champions League in diesem Jahr ganz ohne Schmerzen möglich war. 90 Minuten Leidenschaft auf und neben dem Platz kosteten mich weitere 10 Jahre meines Lebens und verschafften mir sicher auch die ersten grauen Haare, doch das Erlebnis dieses Spiel live (wenn auch nur am Fernseher) sehen zu können war einfach nur geil.

Vergleicht man den Auftritt der Mannschaft und die Stimmung im Stadion von Dienstagabend mit dem gestrigen Spiel der Bayern gegen ManUnited, dann kann ich gern auf Titel verzichten. Die Ausgangslage für beide Vereine war relativ ähnlich, denn beide Teams wussten, dass das Erreichen des Halbfinales ordentlich viel Arbeit braucht. Wenn aber die Folge dauerhaften Erfolgs so aussieht und sich so anhört wie in München, dann nehme ich gern hin, dass wir das Wunder nach dem Finale im vergangen Jahr nicht geschafft haben.

Eigentlich will ich damit nur sagen, dass wir gar nicht in den Süden schauen müssen, uns gar nicht mit den Bayern messen oder gar vergleichen lassen müssen. Vor allem sollten wir uns mit diesem Verein nicht mehr als nötig beschäftigen, was aber vor allem einer aus unserem Verein leider sehr oft tut. Hans Joachim Watzke geht selbst mir trotz aller Rivalität mit den Bayern so langsam aber sicher richtig aufn Sack.

Mir macht das ja auch Spaß mit Bayernfans zu diskutieren, zu streiten, doch irgendwann ist halt sprichwörtlich das Maß voll. Kaum war der von der Presse angetriebene Disput zwischen dem Ex-Dortmunder Mathias Sammer und unserem Trainergott vorüber, schon musste Watzke wieder nachlegen.

Wie immer geht es Watzke um die Kohle, die der FC Bayern so viel mehr hat. Diesmal um eine geringe Leihsumme, die Bayern uns damals geliehen hat, damit wir nicht in die Insolvenz abrutschen. Nun behauptet Watzke allerdings, dass das Geld nicht wie „unter Freunden“ geliehen war, sondern der FC Bayern mit einem Zinssatz von 8% letztlich eher einen Vorteil daraus ziehen wollte. Die Bayern-Vorstände behaupten natürlich das Gegenteil und stellen Watzke als Lügner hin.

Was zur Hölle soll denn diese Scheiße jetzt wieder? Mir geht das selbst als Fan, als Vereinsmitglied, als Zuschauer, der jedes Spiel live sieht, derbst auf die Eier. Am Wochenende kann ein so tolles Spiel stattfinden, danach können wir in der kommenden Woche das DFB Pokal-Finale klarmachen – doch die Welt unterhält sich über Dinge, die vor 10 Jahren stattfanden. Wir haben so eine grandiose Saison gespielt, obwohl eigentlich fast dauerhaft die halbe Stammmannschaft nicht verfügbar war. Aber nein, wir müssen ja wieder über die Bayern reden.

Nicht falsch verstehen, ich liebe HJ Watzke für seine Arbeit, die den Verein gerettet und in neue Sphären gehoben hat, doch dieses „ich muss heute noch dringend öffentlich über den FC Bayern herziehen“ nervt unheimlich. Bitte Herr Watzke, machen sie einfach ihre fantastische Arbeit weiterhin so fantastisch aber sprechen sie öffentlich mehr über ihre eigene Mannschaft, auf die sie so stolz sind, anstatt über einen Verein, über den gar keiner reden will. Danke.

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