Auch im Pott: Identitätsfiguren gibt es im Fußball kaum mehr

2015-05-26 10_43_31

So kann man sich nun doch täuschen, denn Anfangs der Saison hatte ich von einer wiederkehrenden Fußballromantik in Dortmund gesprochen. Nun passiert aber das Gegenteil, nicht nur in der „richtigen Stadt“ des Potts. Auch bei Schalke wird höchstwahrscheinlich eine Identitätsfigur gehen, welcher man eine jahrzehnte lange Zukunft in Blau-Weiß vorhersagte. Aber zurück zum Tabellenführer nach Dortmund, wo nun tatsächlich einige Spieler auf der Kippe stehen. Spieler, die nicht nur seit langer Zeit in Dortmund sind, sondern die dort auch eigentlich bis zum Karriereende hätten bleiben sollen. Und das alles in einer Woche, in der mit Leornado Dede ein Urgestein vom BVB mit seinem Abschiedsspiel vor über 80.000 Zuschauern nochmals gewürdigt wird. Er gehört offensichtlich zu den letzten Identitätsfiguren in der deutschen Fußballlandschaft. Wie wichtig solche Figuren sind, zeigt ja die eben erwähnte Anteilnahme an einem Spaßkick zum Abschied des bereits vor vier Jahren zurückgetretenen Spielers.

„Ich dachte, die bleiben immer beim BVB“

In Dortmund steht mit Kevin Großkreutz ein Spieler vor dem Abflug nach Istanbul, der nicht nur in Dortmund geboren ist, sondern ursprünglich als Fan auf der Südtribüne stand. Man war sich sicher, dass er nie wieder diesen Verein verlassen würde. Derzeit nur noch für die Zweite aufm Platz, scheint er unter Tuchel keine Chance zu haben. Immerhin soll es Galatasaray werden, wo er vor einer hervorragenden Kulisse mit Kumpel Lukas Podolski kicken kann.

Demnächst wird uns wohl auch „Kuba“ verlassen, der seit acht Jahren beim BVB unter Vertrag steht und von einem Noname zu einem der besten Flügelspieler Europas heranwuchs. Er ist nicht irgendein Spieler, er ist inzwischen ein Borusse durch und durch, was er in den vergangenen Jahren immer wieder unter Beweis stellte. Jetzt steht vor dem Absprung, weil er offensichtlich auch nicht in das neue Konzept passt.

UPDATE: Kuba ging nach Florenz, hatte aber auch ein Angebot von Schalke. Das lehnte er aber aus Respekt vor den Fans ab, es ginge im Leben nämlich nicht nur um Geld.

Und mit Kevin Kampl ist ein Spieler schneller wieder weggewesen, als ein Kevin De Bruyne den Verein wechselt. Zwar stammt Kampl aus der Jugend von Leverkusen, doch sein Kindheitstraum war nach eigenen Aussagen immer der BVB. Immerhin wurde dieser für ein halbes Jahr wahr.

Spieler bleiben, bei denen man es nicht erwartete

Verrückt ist wiederum die andere Seite der ganzen Story, denn mit Marco Reus gab es bekanntlich schon die erste überraschende Vertragsverlängerung in diesem Jahr. Pierre Emerick Aubameyang habe ich ehrlich gesagt auch schon woanders gesehen, doch er verlängerte überraschend seinen Vertrag bis 2020. Mats Hummels ist auch noch da, Ilkay Gündogan hat wenigstens um ein weiteres Jahr verlängert und Roman Weidenfeller scheint einen großen Charakter zu beweisen, obwohl er wahrscheinlich zukünftig die meisten Spiele von der Bank aus betrachten wird.

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